EIN VERMALEDEITER TAG

Letzte Woche war wieder einmal Freitag, der 13. So weit ich mich erinnere, mein erster richtiger. 

Was schiefgehen konnte an diesem Tag, ging schief. Vom Achsenbruch meines alten Fords um die Mittagszeit, einem mittelschwerwiegenden Missverständnis am späten Nachmittag bis zum krönenden Abenddesaster eines vermaledeiten Tages. 

Über das „Missverständnis“ kein Wort. Das krönende Abenddesaster, dies sei erwähnt, war eine leere Kiste Bier. Doch eins nach dem anderen. Depremiert und abgekämpft kam ich gegen Sonnenuntergang nach Hause gehumpelt. Den Fußmarsch überstand ich in Vorfreude auf eine Flasche Bier. Daheim angekommen, musste ich feststellen: Es war kein Bier mehr im Haus. Was nun? Der letzte Kiosk in der Nähe, zwei Dörfer weiter, schloss ende letzten Jahres. Die nächste Tankstelle war fünfzehn Kilometer entfernt. Für eine Fahrradtour dorthin fehlte mir jedoch die Energie. Zudem. Ohne funktionierendes Licht? Besser nicht. 

Eine Wirtschaft gab es seit zwei Jahrzehnten nicht mehr im Dorf. Auch bei uns hatte das Kneipensterben zugeschlagen und manch dörfliches Trinkerherz gebrochen. Daher ging ich unterhopft in den Keller und zog mir eine Flasche Primitivo aus dem Regal. Es heißt, glücklich ist der Mensch, wenn er einen Garten und eine Bibliothek sein Eigen nennt. Ich hatte beides. Fühlte mich an diesem Abend jedoch nicht wirklich glücklich. In Zeiten der künstlichen Intelligenz sind tausend und ein gelesenes Buch unnützes Wissen. 

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