WIESO, WESHALB, WER ES NICHT WEISS WARUM

Letztens las ich einen Kommentar eines alten Bekannten auf Facebook. In diesem wunderte er sich darüber, warum sich die Menschen nicht sehr darüber wundern, was derzeit so alles im Ländle abgeht. 

In eine ähnliche Kerbe schlug vor Jahren Volker Pispers, als er sein Publikum fragteWas meinen Sie, was hier los wäre, wenn viel mehr Menschen wüssten, was hier los ist?

Tja. Ich wundere mich über nichts mehr im vergehenden Land. Und meine Meinung darüber, was hier denn so los wäre, wenn mehr Menschen wüssten, was hier los ist, die ist vielen, guten Menschen vollkommen schnuppe. Interessiert nicht die Bohne. Sei es, weil sie eher bereit sind, die süße Lüge anzunehmen, als eine bittere Wahrheit, die es zu schlucken gilt. Oder sie glauben bewusst an die ausgegebenen Lügen, da die Wahrheit sie psychisch zerbrechen könnte. Vielleicht auch aus Angst, von der Mehrheitsgesellschaft ausgeschlossen zu werden. Was gewisse negative Auswirkungen auf das eigene Leben haben kann. Vom Jobverlust, der Kontokündigung bis zu Freiheitseinschränkungen. Das Leben kann, gelinde ausgedrückt, recht unangenehm für Individualisten werden.  

Das Leben in der Herde kann dagegen ein angenehmes sein. Und die meisten Menschen scheinen sich im Laufe der Jahrtausende mit einem gefälligen Dasein in der Masse arrangiert zu haben. Sie laufen mit. Handeln und denken, wie ihnen aufgetragen, bzw. die Menschen um sie herum. Warum sollte ich mich da wundern, wenn die Kriegsbegeisterung wieder einmal um sich greift? Nein, ich wundere mich nicht über meine Mitmenschen, die die eigene Entrechtung, eine Deindustrialisierung, sowie den erlebbaren Bevölkerungswandel im eigenen Land mittragen, gar gutheißen. Die gute Mehrheit der Wähler wählt Regierungen an die Macht, die gegen ihre ureigenen Interessen handeln. Sie erwählen sich "Politiker", die vor der Wahl wissentlich lügen. Nein. Ich wundere mich über gar nichts mehr. All das ist nur zu verständlich. Denn der Mensch ist Mensch, weil der Mensch halt Mensch ist. Handelt wie ein Mensch handelt.

Schon seit Jahrhunderten werden Sozialexperimente mit Menschen gemacht. Einzeln, in Gruppen und Massen. Ich möchte hier nur ein paar neuere kurz erwähnen. Wie da wären:

Das Gehorsamkeitsexperiment von Stanley Milgram. Das Solomon-Asch-Experiment zur Konformität. Das MK-Ultra-Experiment, von den Nazis begonnen und vom CIA bis in die 70er Jahre hinein stetig weiterentwickelt. Das Stanford-Gefängniserexperiment. Oder das Stockholm-Syndrom. Und etliche mehr, die anschaulich machen, wie der Mensch halt so tickt. Was man mit ihm so machen kann, damit er in der Masse als Werkzeug dient. Dorthin gelenkt wird, wo er hin soll. Von Nutzen ist. Als Konsument, Wähler, Steuerzahler, Beamter, Arbeiter. Wie er bereitwillig in Kriege zieht, die nicht seine sind. Wie er im Interesse anderer zum Mörder gemacht werden kann, wenn es von "höherer Stelle" befohlen ist. Das eigene, wie das Leben seiner Kinder zu opfern bereit ist, wenn es verlangt wird. Weltweit. 

All das ist machbar, Herr Nachbar. Es ist kein Teufelswerk. Na ja, nicht wirklich. Aber verdammt nah dran.

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BILD: TK 

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