WIR SCHAFFEN DAS

Ein Sonntagmorgen im April. 

Draußen regnet es Bindfäden. So stark, dass der Windpark vor dem Fenster,  keine zwei Kilometer entfernt, nicht mehr zu sehen ist. Der Himmel, dunkelgrau. Eklig. Ein Blick auf das Innenthermometer. 17,6 Grad. Da lohnt es nicht, den Ofen anzumachen. 

Laut Wetterapp sollen es vor der Haustür gefühlte fünf Grad sein. Ich wage es trotzdem, zusammen mit dem besten Freund des alten, weißen Mannes, zu einem kurzen Gassigang aus dem Haus zu gehen. Geschirr an, Tür auf. Der Hund steht mit den Hinterpfoten in einer mittelgroßen Pfütze und mit den Vorderbeinen im Schlamm. Er schaut mich schräg von der Seite an, schüttelt sich kurz und trottelt zurück ins Haus. 

Während mir die Regentropfen wie kalte Tränen das Gesicht hinunterrinnen, ich fröstelnd in das tiefe Grau dieses Sonntags hinein starre, fällt es mir schwer anzunehmen, dass dies hier, seit Menschengedenken einer der trockensten, heißesten Aprilmonate zu sein hat. Wer daran zweifelt, ist rechts raus und hat die Klappe zu halten.

Nun, ich werde auch diese Wahrheit zu meiner machen müssen. Wie so viele andere, die ich seit Jahren gezwungen wurde, anzunehmen, um als Bürger im vergehenden Land existieren zu können. Wahrheiten wie: Die Impfung ist sicher. Wir brauchen Fachkräfte. Der Islam gehört zu Deutschland. Wind und Sonne stellen keine Rechnung. Wir müssen das Klima retten. Der Russe ist auf ewig unser Feind. Die Brandmauer ist unverhandelbar. Wir schaffen das. 
 
Am Arsch, wir schaffen das. Nichts schaffen wir. In ihrer Demokratie hat es sich inzwischen bis Lischen Müller herumgesprochen, dass Land und Leute am Arsch sind. Unwiderruflich. Unumkehrbar. Es ist im Grunde egal, welche Parteien im nächsten Jahr die Regierung stellen. Mit dem Rest vom Schützenfest ist kein Staat mehr zu machen. Und diejenigen, die nicht auf Ansage von Schwarz-Rot-Grün-Rot vom Zehmeterturm in ein leeres, sinnbefreites Becken sprangen, wissen das auch. Müßig, weiterhin darüber zu schreiben. Es schadet nur der eigenen Gesundheit. Was bei dem maroden, kostenexplodierenden Gesundheitssystem teuer werden kann. Ein Gesundheitssystem, heute dazu auserkoren, wie auch Umwelt, Entwicklungs- und Familienhilfe dazu gedacht, die halbe Welt mitzufinanzieren. 
 
Meine Güte. Wie konnte es nur so weit kommen? Dass sie heute (fast) alles mit uns machen können, ohne dass es größere Proteste der drangsalierten Bevölkerung gibt. Von Bürgeraufständen, wie derzeit in Irland oder Frankreich, will ich erst gar nicht schreiben.
 
TEXT GERADE IN ARBEIT! 


 

 

Kommentare