AUS MEINEM TAGEBUCH. HEUTE: TORSTEN UNERREICHBAR

Seit zwei Wochen ist mein altes Handtelefon Geschichte. Seitdem bin ich unnerreichbar.

Ich kann seit zwei Wochen nicht telefonieren. Gewichtiger, nicht angerufen werden. Kann keine SMS Nachrichten lesen. Antworten auf vielleicht wichtige Anrufe, Anfragen oder Mitteilungen. 
 
Ich bin Telefonmuffel. Telefonieren ist mir, selbst bei guten Freunden, lästig. Ja, doch. Ich telefoniere wirklich ungerne. Zum Leidwesen vieler guter Menschen. Etwa derjenigen, die mir letzte Woche zum Geburtstag gratulieren wollten. Die bisher weder Rückruf noch eine SMS-Antwort erhielten. Irgendwie fast tragisch. Was die jetzt wohl von mir denken? Ist schon doof wenn das Telefon verstirbt. Was nun? In der Schublade für Elektrokrempel liegen zwei Reservehandys. Eines mit defektem Akku und eins, das ich im letzten Jahr geschenkt bekam. Falls der Uralt-Knochen den Geist aufgibt. Was er nun tat. Ich lud das Handy mit dem intakten Akku auf und wollte meine Uralt-SIM-Karte reinschieben. Ging nicht. Dazu war das Einsteckfach zu klein. Das Reservehandy lag über Jahre hinweg unangetastet in der Elektroschublade. War also nutzlos. 
 
Ich habe seit mehr als 25 Jahren denselben Telefonkartenanbieter, bzw. bin ein Prepaid-Kunde. Heißt das so? Na ja. Die letzte Karte, für 15 Euro, reichte die letzten 3 Jahre. Schätze, ich gelte nicht als guter Kunde. Eher ein Kunde zweiter Wahl. Als solcher werde ich nicht bevorzugt behandelt. Ist klar. Der Tipp eines Freundes, den Anbieter zu kontaktieren, um die alte, sperrige SIM-Karte mit der alten Nummer in eine kleinere umzuwandeln, die in Handys neuerer Bauart passt, war für mich kostenpflichtig. Eine kostenfreie Servicehotline wurde nur Vertragskunden gewährt. So rief ich, notgedrungen, kostenpflichtig an und wurde in einer Warteschleife gefangen gehalten. Der nächste freie „Mitarbeitende“ wäre in wenigen Momenten für mich da. Pustekuchen. Nach einer gefühlten Viertelstunde legte ich auf. Was mich die Gefangenschaft in der Anbieterwartezone des Anbieters gekostet hat, will ich gar nicht wissen. 
 
Ich also in die Kreisstadt gefahren. Zu einem größeren Fachgeschäft für Elektroartikel. So einem Riesenladen für alles, was Energie benötigt. Dort wurde mir lächelnd mitgeteilt, dass  schon seit Jahren keine Handys mehr im Angebot geführt werden, in die meine alte SIM-Karte passen würde. Da stand ich nun, ich alter Tropf. Mit der alten SIM-Karte. Mit meiner alten Handytel.-Nummer, die mich so viele Jahre begleitet hatte. Was nun?
 
Ich versuchte es auf eBay und Kleinanzeigen.de. Mehrmals. Doch ergebnislos. Bis heute. Montag, den 22. Juni 2026. Entweder hatte das Handy, ein Smartphone mag ich nicht, keine Einsetzmöglichkeit für meine große SIM-Karte, meine Kaufwünsche blieben unbeantwortet, oder, das war auch der Fall, mein Kaufwunsch war darauf ausgerichtet, mir Geld über PayPal abzuzocken. Tja. Alles nicht wirklich so einfach heutzutage. Ich werde berichten, sollte mein Anliegen doch noch irgendwann einmal von Erfolg gekrönt sein. Bis dahin bleibe ich unerreichbar. Und das mir jetzt keiner mit dem Tip kommt, das ich meine Karte doch klein schnippeln könnte. Das geht bei meiner uraltkarte auch nicht. Pffff...

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